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Anthroposophische Tiermedizin in Kassel

 

 

In Kassel -Wilhelmshöhe gibt es seit 2001 eine anthroposophische Kleintierpraxis. Sie arbeitet nach den Grundsätzen der anthroposophischen Tiermedizin bzw. anthroposophischen Medizin. Behandelt werden vorwiegend Katzen und Hunde, aber auch andere Kleintiere. Die Basis der Praxisarbeit ist die Mensch-Tier-Beziehung. Davon ausgehend werden Fragestellungen hinsichtlich der Diagnose und Therapie entwickelt. Da Hund und Katz sehr eng mit dem Menschen zusammenleben, können die Erkrankungskomplexe nicht losgelöst vom Menschen und der menschlichen Umgebung gesehen werden. Wie eng diese Beziehung ist zeigen die hauptsächlichen Erkrankungsfelder dieser Tiere: Allergien, Hauterkrankunge­n, Herz- und Kreislaufprobleme, Tumore und geriatrische Problemfelder. Erkrankungen, die denen des Menschen sehr nahe verwandt sind. Die anthroposophische Tiermedizin ist in der Gesetzgebung mit ihren Heilmitteln schon lange vertreten, auch wenn bisher wenig darüber bekannt ist. Vor allem im landwirtschaftlichen Großtierbereich sind viel Arzneimittel auf anthroposophischer Basis zugelassen. Der Kleintierbereich - Hunde, Katzen, Nager – ist bisher von der anthroposophischen Tiermedizin nicht bearbeitet worden. Seit 2006 gibt es eine zweite anthroposophische Kleintierpraxis in Arlesheim, aber die überwiegende Mehrheit der tierärztlichen Naturheilpraxen arbeitet mit der klassischen Homöopathie bzw. anderen Naturheilverfahren.

In Kassel wurde seit Mitte 2001 konsequent daran gearbeitet, die anthroposophische Tiermedizin in der Kleintierpraxis zu etablieren. Es wurde versucht nicht nur die Tier-Heilmittel zu „erproben“, sondern auch die Anwendung der Präparate, die im Bereich der anthroposophischen Humanmedizin zu finden sind, anzuwenden. Es war von Anfang an Zielinhaltlichen Grundlagen für anthroposophische Heilverfahren für Hunde undKatzen unter Einbeziehung der Mensch-Tier-Beziehung aus der Praxis heraus zu entwickeln und zu dokumentieren.

 

Frage: Was ist anthroposophische Tiermedizin?

    

     Foto:Sz2007


Antwort: Das Tier wird als Einheit von Leib und Seele aufgefasst, darüber hinaus wird es in seiner Umgebung, wie Stall, Weide usw.( bei landwirtschaftlichen Tieren), aber auch Wohnzimmer und Küche (bei Hund und Katze) gesehen; dazu kommen die Fütterung und die Art des Kontakts mit dem Menschen; d. h. die Ganzheit des Tieres ist sehr umfassend. 

Frage: Ändert sich dadurch der Krankheitsbegriff? 

Antwort: Ja, Krankheit ist nicht etwas, was nur von Außen auf das Lebewesen zu kommt und es bedroht, sondern Krankheit hat auch seine Ursachen im Inneren des Tieres.

Frage: Welche Bedeutung hat die Seele?

Antwort: Das, was wir Seele nennen, hängt auch mit dem aktuellen Gefühlsleben eines Tieres zusammen, also auch, wie und wo lebt es? Wie wohl fühlt es sich in der menschlichen Obhut? Wie wird es versorgt? Mit Futter? Mit Zuwendungen? Liegen hier Störungen vor, kommt es zu Veränderungen im Inneren des Tieres, es können Krankheiten auftreten. 

Frage: Ist die anthroposophische Tiermedizin eine alternative Medizin? 

Antwort: Nein und Ja! Die Ausbildung der Tiermediziner/innen erfolgt an normalen Hochschulen. Die Untersuchungen der Tiermediziner und die Diagnosestellungen (auch mit Hilfe der modernen technischen Möglichkeiten) sind die gleichen wie in der konventionellen Tiermedizin - hier findet sich also kein Unterschied.

Anschließend wird die Diagnose erweitert, im Sinne der oben erwähnten ganzheitlichen Betrachtung und versucht die tieferen Ursachen der Krankung, z. B. die Verschiebungen zwischen Leib und Seele, zu ermitteln. Dabei ist es wichtig auf das Wesen der einzelnen Tiere und auf das Wesen der Tierart und -gattung einzugehen. Also in dem Sinne, was ist der Hund oder die Kuh für ein Wesen? Anthroposophische Tiermedizin hat hier eine Nähe zum dem Bereich, den man heute Komplementärmedizin nennt.



Frage: Was meint der Begriff Wesen? 

Antwort: Das Wesen eines Tieres geht über das Individuelle, welches es zeigt weit hinaus. Die Kuh ist z. B. ein Tier bzw. Wesen, welches ganz in der Stoffwechselleistung steht: Milch, Trächtigkeit, Fleischansatz. Die Kuh hat nicht die superscharfen Sinne wie ein Greifvogel, sie ist nicht so „wach" wie dieser. Wir nennen diesen Zweig von Forschung: Wesenskunde


Frage: Welche Arzneimittel werden eingesetzt? 

Antwort: In erster Linie versuchen wir Anthroposophika, also anthroposophische Arzneimittel (Heilmittel) einzusetzen. Hier liegen z.T. jahrzehntlange Erfahrungen vor; diese sind nicht immer nur homöopathische Mittel, sondern sie kommen auch sehr oft aus dem Bereich der reinen Pflanzenmedizin (Phytotherapie), weiterhin sind verdünnte Metallzubereitungen im Einsatz. Anthroposophika haben sehr oft eine eigene spezielle Zubereitung, die genau auf das jeweilige Organsystem oder Krankheitsbild abgestimmt sind. 
Das Heilmittel und damit die Therapie muss immer an dem jeweiligen Tier, an seiner Erkrankung und an seinem Wesen abgestimmt werden. 
Hier ist noch zur Zeit ein großer Forschungsbedarf innerhalb der Tierwesenskunde, die Haltung der Tiere hat sich vollständig verändert. Die landwirtschaftlichen Nutztiere werden in großen Massen gehalten, die Haustiere, wie Katzen und Hunde, in einer sehr, sehr Bindung an den Menschen. Dadurch hat sich vieles im Wesen der Tiere verändert; auch hin zu vielen neuen Erkrankungen. Die Hunde leben heute so nahe am Menschen, sie bekommen fast die gleichen Erkrankung wie der Mensch (Diabetes, Rheuma, Gelenksverschleiß u.s.w.).

 

 

Kassel 13.11.2015